Was steht auf deiner Löffel-Liste? Sonja schreibt darüber, warum diese Frage gerade nach der Auswanderung so wichtig ist und was sie mit ihrem Alltag in Paraguay gemacht hat.
Ich frage dich das ganz direkt: Was steht auf deiner Löffel-Liste?
Du weißt, was ich meine. All die Dinge, die du unbedingt noch erleben, ausprobieren, anpacken willst. Bevor der Vorhang fällt, hoffentlich noch lange nicht. Große Träume, kleine Herzensprojekte, berufliche Meilensteine, alles, was für dich zählt.

Ich stelle diese Frage nicht ohne Grund hier, auf einem Blog über das Leben nach der Auswanderung. Denn wenn ich eine Sache beobachte, immer wieder, bei mir selbst und bei Frauen, die ich kenne und die den Schritt ins Ausland gewagt haben, dann diese: Viele von uns sind ausgewandert, weil sie irgendwann auf ihre Löffel-Liste geschaut und gemerkt haben, dass da etwas draufstand, das zuhause nie passieren würde.
Ein anderes Leben führen. Raus aus dem Hamsterrad. Nochmal neu anfangen, mit über 50, wenn alle anderen langsam auf die Rente hinarbeiten.
Das war meine Liste. Und Paraguay war die Antwort darauf.
Aber hier ist der Teil, über den weniger geredet wird: Was passiert mit der Liste, wenn du angekommen bist? Wenn das große Abenteuer Alltag geworden ist und die ursprünglichen Punkte abgehakt sind? Dann stehen viele Frauen da und merken, dass die Liste leer ist. Oder schlimmer: dass sie vergessen haben, sie weiterzuschreiben.
Genau da wird sie wieder wichtig.
Eine Löffel-Liste ist im Auslandsalltag kein Luxus. Sie ist Orientierung. Ich habe in Paraguay gelernt, dass die Frage "Was will ich noch?" nichts mit Undankbarkeit zu tun hat. Sie ist das Gegenteil davon. Sie zeigt, dass du noch nicht fertig bist mit dem Leben, das du dir aufgebaut hast.
Manche Punkte auf meiner Liste sind groß. Ein nachhaltiges Projekt auf in diesem Land umsetzen. Mehr von Paraguay sehen, die Chaco-Region, die Wasserfälle im Osten. Andere sind klein und kosten nichts außer Zeit: an einem Morgen in der Woche einfach nur sitzen, Kaffee trinken und die Vögel zählen, die vorbeifliegen.
Was ich dir empfehlen kann: Schreib die Liste auf. Nicht im Kopf, sondern auf Papier oder in ein Dokument, das du wirklich öffnest. Und dann geh einen Schritt weiter: Mach sie sichtbar. Ein Vision-Board, auf Pinterest oder ganz analog mit ausgeschnittenen Bildern, kann erstaunlich viel bewirken. Nicht weil Wände Träume erfüllen, sondern weil der tägliche Blick darauf dich daran erinnert, wofür du hier bist. Auch im Ausland. Auch wenn der Alltag gerade grau ist.
Ich habe festgestellt, dass meine Löffel-Liste auch meine Arbeit verändert hat. Wenn ich weiß, wofür ich arbeite, wird vieles klarer. Welche Projekte ich annehme. Wie ich meine Zeit einteile. Was ich loslassen kann, ohne dass es sich falsch anfühlt.
Das gilt übrigens nicht nur für große Lebensentscheidungen. Es gilt für den Dienstag um halb drei genauso.
Was steht auf deiner Liste? Und was davon lässt sich vielleicht genau hier umsetzen, in dem Land, in dem du jetzt lebst?
Wenn du darüber reden möchtest, meld dich gern: https://booking.builderall.com/c/hallosonja/terminmitsonja
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