Paraguayische Frauen haben ein Land nach einem vernichtenden Krieg wieder aufgebaut. Was ihre stille Stärke Auswanderinnen heute noch sagen kann.
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Es gibt einen Moment in der Geschichte Paraguays, der mich nicht loslässt, seit ich davon erfahren habe.


Nach dem Krieg der Triple Allianz, der von 1864 bis 1870 dauerte und das Land fast auslöschte, waren kaum noch Männer da. Manche Schätzungen sprechen davon, dass bis zu 90 Prozent der männlichen Bevölkerung umgekommen waren. Was blieb, waren Frauen. Und sie haben nicht gewartet. Sie haben das Land wieder aufgebaut. Felder bestellt, Familien ernährt, Gemeinschaften zusammengehalten. Ohne Netz, ohne Plan, ohne die Wahl, es nicht zu tun.



Ich denke manchmal daran, wenn ich paraguayische Frauen im Alltag beobachte. Diese ruhige, fast selbstverständliche Art, Dinge zu schultern. Nicht laut, nicht klagend. Einfach machen.

Was mich an ihnen fasziniert, ist diese Mischung aus Stärke, Mut und einer Anmut, die nichts Aufgesetztes hat. Paraguayische Frauen tragen viel, und sie tragen es mit einer Haltung, die ich bewundere.


Und gleichzeitig ist die Realität kompliziert. Paraguay ist ein Land, das tief von einer Macho-Kultur geprägt ist. Femizide sind keine Ausnahme, sie sind erschreckend häufig. Oft dann, wenn Frauen den Mut aufbringen, sich aus gewalttätigen Beziehungen zu befreien. Genau der Moment, in dem ihre Stärke sichtbar wird, wird für manche von ihnen zum gefährlichsten.


Das ist ein Widerspruch, mit dem ich lebe, seit ich hier bin. Bewunderung und Erschütterung gleichzeitig. Ich habe keine einfache Antwort darauf. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, beides zu sehen und beides auszusprechen.


Was hat das mit uns als Auswanderinnen zu tun?

Mehr als man denkt. Wer in ein fremdes Land zieht, bricht mit dem Vertrauten. Das braucht eine eigene Art von Stärke. Nicht die dramatische, nicht die heldenhafte, sondern die stille. Die, die morgens aufsteht und weitermacht, auch wenn der Tag schwer ist. Die, die Entscheidungen trifft, auch wenn niemand zuschaut.


Paraguayische Frauen kennen das seit Generationen. Sie haben es nicht gelernt, sie haben es gelebt.

Ich finde das nicht nur beeindruckend. Ich finde es, an guten wie an schweren Tagen, auch ein bisschen tröstlich.


Wenn du gerade selbst an einem Punkt stehst, an dem du mehr Stärke brauchst als du gerade zu haben glaubst, dann rede gerne mit mir. Manchmal hilft ein ehrliches Gespräch mehr als jede Strategie.

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