Sich mit anderen vergleichen kostet beim Geld oft mehr, als Du denkst. So findest Du im neuen Land wieder Deinen eigenen Maßstab für Zufriedenheit.
Sich mit anderen zu vergleichen, ist so alt wie der erste Gartenzaun. Über den Zaun geschaut wirkt der Rasen nebenan fast immer grüner. Du siehst die Sonnenseite, aber nicht die Wasserrechnung und nicht die Stunden mit dem Schlauch. Beim Geld ist es genauso. Ein Vergleich zeigt Dir nur einen Ausschnitt und lässt Dich trotzdem glauben, Du kennst das ganze Bild.
Vergleichen kostet zunächst kein Geld, sondern Zufriedenheit. Plötzlich wirkt das eigene Auto älter, die Küche kleiner und der Urlaub bescheidener. Und aus diesem Gefühl entstehen Ausgaben, die vorher niemand vermisst hat.
Der Nachbargarten ist dabei selten so, wie er scheint. Vielleicht ist er auf Kredit angelegt. Vielleicht gießt dort jemand jeden Abend, statt in der Hängematte zu liegen. Du siehst das Ergebnis, aber nicht den Preis dafür.

Wer auswandert, bekommt noch einen zweiten Zaun dazu. Du vergleichst mit Deinem alten Leben: mit dem Gehalt von früher, mit den Preisen im Supermarkt, mit dem, was Du Dir dort leisten konntest. Und Du vergleichst mit anderen Auswanderern, die scheinbar größer wohnen oder entspannter leben.
Beides gleicht Obst auf zwei verschiedenen Waagen. Andere Währung, andere Lebenshaltungskosten im Ausland, ganz andere Startbedingungen. In Paraguay zum Beispiel ist manches deutlich günstiger und anderes überraschend teuer. Ein Vergleich, der das nicht berücksichtigt, führt Dich zuverlässig in die Irre, egal ob Du in Asunción, Lissabon oder Chiang Mai lebst.

Natürlich vergleiche ich auch. Doch ich habe für mich festgestellt, dass ich weniger shoppen gehe, aus ganz verschiedenen Gründen. Und dabei ist mir etwas Einfaches aufgefallen: Was Du nicht siehst, kaufst Du auch nicht.
So reduziert sich der eine oder andere Konsumwunsch einfach auf null. Er entsteht gar nicht erst, weil kein Schaufenster, kein Sonderangebot und kein volles Regal ihn weckt. Und das Erstaunliche ist: Mir fehlt trotzdem nichts.
Viele Wünsche sind also keine echten Bedürfnisse, sondern Echos von dem, was wir gerade gesehen haben. Wer seltener über den Zaun schaut, entdeckt seltener, was angeblich fehlt.
Deinen eigenen Maßstab findenIn Itauguá entstehen die Ñandutí Spitzen, und keine gleicht der anderen. Niemand legt zwei nebeneinander und erklärt eine davon für falsch. Jede folgt ihrem eigenen Muster.
Auch Dein Umgang mit Geld darf sein eigenes Muster haben, geknüpft aus Deinen Werten. Diese Gedanken können Dir helfen, es zu finden:
ZusammenfassungSich mit anderen zu vergleichen, ist menschlich. Beim Geld zeigt Dir der Vergleich aber nur die Sonnenseite des Nachbargartens. Im neuen Land kommt ein zweiter Vergleich mit dem alten Leben dazu, und beide hinken. Weniger Shopping heißt oft weniger Wünsche, und häufig fehlt trotzdem nichts. Dein eigener Maßstab ist der verlässlichste.
Mit wem vergleichst Du Dich beim Geld am häufigsten, und hilft Dir dieser Vergleich wirklich weiter?
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