Der Lapacho blüht in Wellen, nie alles auf einmal. Sonja schreibt darüber, was dieser Baum ihr über Durchhalten und den eigenen Rhythmus im Ausland beibringt.
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Es ist Frhling in Paraguay.

Die Luft riecht anders in diesen Wochen. Wrmer. Versprechender. Vom Balkon aus sehe ich meinen Lapacho: bltenlos jetzt, dafr voll mit frischem Grn. Die groe Rosa-Explosion der letzten Wochen ist vorbei. Was bleibt, ist ein Baum, der aussieht, als htte er gerade tief durchgeatmet.

Ich stehe dort manchmal einfach nur und schaue hin.


Und je lnger ich hinschaue, desto mehr denke ich: Dieser Baum wei etwas, das viele von uns erst mhsam lernen mssen.


Lapachos blhen nicht auf einmal. Sie verschenken ihre Pracht in Wellen. Blten fallen, neue folgen, wieder und wieder. Kein Aufblhen auf einen Schlag, kein alles oder nichts. Ein kluges Kommen und Gehen, das Wochen andauert und am Ende ein Bild ergibt, das den Atem verschlgt. Als wssten sie: Wer alles auf einmal gibt, hat nichts mehr fr den nchsten Sturm.


Viele stellen sich das Leben im Ausland wie ein einmaliges Aufblhen vor. Koffer packen, neues Leben beginnen, und dann? Dann kommt der Alltag. Die Brokratie. Die Sprachbarriere. Die Tage, an denen nichts klappt und man sich fragt, warum man berhaupt gegangen ist. Das Expat-Leben ist kein einmaliges Hochgefhl. Es ist eine Abfolge von kleinen Bltezeiten, unterbrochen von Pausen, Rckschlgen und Momenten der Stille. Wer seinen Rhythmus findet, bleibt. Wer das nicht versteht, verbrennt sich.


Paraguay zwingt dich, langsamer zu werden, ob du willst oder nicht. Termine verschieben sich. Prozesse dauern. Der Alltag folgt einem Rhythmus, der sich nicht beschleunigen lsst. Am Anfang kmpfst du dagegen an. Und irgendwann merkst du, dass dieser Kampf mehr Energie kostet als alles andere.


Tranquilo. So heit es hier. Ruhig. Lass es kommen. Das ist keine Gleichgltigkeit. Es ist eine andere Art, mit dem Leben umzugehen, eine, bei der Energie nicht verschwendet, sondern bewusst eingesetzt wird.


Hier liegt ein Missverstndnis, das mir selbst lange zu schaffen gemacht hat. Ich dachte, Durchhaltevermgen bedeutet, jeden Tag dieselbe Kraft aufzubringen. Dass ich als Auswanderin unerschtterlich wirken msste, nach auen und nach innen.


Aber schau dir den Lapacho an. Er blht nicht jeden Tag gleich intensiv. Manche Tage sind ppig, andere fast karg. Und trotzdem ergibt sich am Ende etwas Beeindruckendes. Ein schwacher Tag ist kein Versagen. Er ist Teil des Rhythmus.


Wenn du gerade in einer Phase steckst, in der mehr Blten fallen als nachwachsen, dann helfen mir diese Fragen immer wieder:


Wann bist du am strksten? Nicht wann du es sein solltest, sondern wann du es wirklich bist. Was kann warten? Nicht alles ist gleich dringend, auch im Expat-Alltag nicht.

Wann hast du zuletzt eine echte Pause gemacht, kein Scrollen, kein Planen, sondern wirklich durchgeatmet?

Und: Was war dein letzter kleiner Erfolg? Jeder Schritt zhlt. So wie jede einzelne Lapacho-Blte zhlt, auch wenn sie morgen schon wieder fllt.


Vielleicht kennst du dieses Gefhl: Du hast den Schritt gewagt, du lebst im Ausland, und trotzdem fragst du dich manchmal, wie lange du noch durchhltst. Das ist keine Schwche. Das ist menschlich. Und es ist der Moment, in dem viele allein sind mit ihrer Frage, weil alle denken, dass der andere das besser hinbekommt.


Genau deshalb gibt es "Ausgewandert, was nun?". Nicht als Motivationsprogramm, sondern als Begleitung fr Menschen, die bereits gegangen sind und jetzt ihren eigenen Rhythmus finden wollen.

Wenn dich das anspricht, schreib mir gerne: hallo_sonja@sonjapedia.com Oder buch' dir einen Termin mit mir: https://booking.builderall.com/c/hallosonja/terminmitsonja


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