Im Ausland ankommen braucht Zeit. Erfahre, warum der Anfang wackelt, wie Du Wurzeln in fremder Erde schlägst und wie Zugehörigkeit wirklich entsteht.
Im Ausland ankommen: Wie Du Wurzeln in fremder Erde schlägstIm Ausland ankommen dauert länger als der Flug und länger als der Umzug. Eine Pflanze, die man umtopft, hängt in den ersten Tagen die Blätter. Nicht weil sie stirbt, sondern weil ihre Wurzeln noch keinen Halt gefunden haben. Genau so fühlt sich oft der Start in einem neuen Land an.
In diesem Beitrag geht es darum, warum sich die erste Zeit nach dem Auswandern so wackelig anfühlt, was rote Erde über Deine alten Gewohnheiten verrät und wie Zugehörigkeit in der Fremde tatsächlich entsteht.
Die umgetopfte Pflanze: warum der Anfang wackeltDer Start in einem neuen Land fühlt sich häufig wackelig an, ein bisschen matt, manchmal fremd im eigenen Alltag. Die Straßen tragen andere Namen, die Uhren ticken in einem anderen Takt, selbst das Licht am Nachmittag fällt anders durch die Fenster.
Das ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Es ist der Moment, in dem Wurzeln arbeiten, still, unter der Erde, unsichtbar für alle außer Dich selbst. Viele Auswanderer erschrecken in dieser Phase und fragen sich, ob die Entscheidung richtig war. Dabei ist das Hängenlassen der Blätter ein ganz normaler Teil des Umtopfens.
Gib Dir die Zeit, die eine Pflanze auch bekommt, bevor sie wieder aufrecht steht.
Rote Erde: fremder Boden ist kein schlechter BodenDie Erde in Paraguay ist rot, tiefrot, fast fremd, wenn Du sie zum ersten Mal siehst. Wer aus gemäßigteren Böden kommt, fragt sich kurz, ob darin überhaupt etwas wachsen kann. Und doch trägt genau diese Erde kräftige Wurzeln und üppiges Grün.
Fremder Boden ist nicht automatisch schlechter Boden, er ist nur anders zusammengesetzt. Was Dich in Deiner alten Heimat genährt hat, funktioniert hier vielleicht anders, aber es funktioniert. Deine Wurzeln müssen sich nicht gegen die neue Erde durchsetzen. Sie dürfen lernen, aus ihr zu ziehen, was sie brauchen.
Praktisch heißt das zum Beispiel:
Zugehörigkeit finden: der Tereré-KreisIn Paraguay wandert die Guampa mit dem Tereré von Hand zu Hand, immer im gleichen Kreis, immer im gleichen Tempo. Niemand drängelt, niemand überspringt seinen Platz.
Genau so entsteht auch Zugehörigkeit in der Fremde, nicht durch Tempo, sondern durch Wiederholung. Der gleiche Gruß beim Einkaufen, das gleiche Gesicht auf dem Markt, das dritte Treffen mit der Nachbarin, die beim ersten Mal noch fremd wirkte.
Zugehörigkeit lässt sich nicht erzwingen. Sie zieht Kreise, langsam, geduldig, bis Du irgendwann selbst Teil davon bist, ohne dass Du den genauen Moment benennen könntest, an dem es passiert ist.
Neue Wurzeln zu schlagen bedeutet nicht, die alten zu kappen. Viele Pflanzen tragen beim Umtopfen noch Erde aus dem alten Topf mit sich, und genau das hilft ihnen beim Anwachsen. Deine Erfahrungen, Deine Sprache, Deine Geschichte kommen mit. Sie sind kein Ballast, sondern ein Teil des Wurzelballens.
Heimweh darf also da sein, auch wenn Du Dich im neuen Land wohlfühlst. Es zeigt nur, dass Du an zwei Orten verwurzelt bist.
Wo in Deinem Leben schlägst Du gerade neue Wurzeln?
Du spielst ernsthaft mit dem Gedanken, nach Paraguay auszuwandern, oder fragst Dich einfach, ob dieses Leben zu Dir passt? Dann buch Dir gerne ein persönliches Gespräch mit mir: https://booking.builderall.com/c/hallosonja/terminmitsonja